Italien Tag 9 - Von Vicenza nach Venedig

Route: Vicenza - Padua - Mestre - Tronchetto - mit der Fähre zum Lido und nach Cavallino-Treporti
Strecke: 112,8km
Bergauf: 406m
Bergab: 455m





Mit dem neunten Urlaubstag startete der wohl aufregenste von allen. Wir würden endlich mit den Fahrrädern zum Meer fahren. Für Julia sogar das erste Mal ohne E-Motor-Unterstützung mit dem Fahrrad am Meer!

Als Ziel hatten wir uns die Gemeinde Cavallino-Treporti in der Lagune von Venedig ausgesucht - für einen gemütlichen Urlaubstag am Sandstrand. Außerdem sind dort die Campingplätze in Venedig-Nähe zu finden ;-)

Schon vor unserem Urlaub hatten wir uns ausführlich damit beschäftigt, wie wir am besten mit dem Fahrrad nach Cavallino und vor allem wie wir zurück zum Bahnhof von Venedig kommen würden. Theoretisch ist es möglich vom Lido zum Markusplatz auf der Fähre Fahrräder mitzunehmen, allerdings hängt das von der Laune des Kapitäns ab. Und vom Markusplatz zum Bahnhof müsste man die Fahrräder durch die ganze Stadt schieben. Ganz abgesehen davon, dass damit das Tragen über einige Brücken verbunden wäre, hatten wir auch gehört, dass Fahrräder in Venedig nur von Tronchetto bis zur Bahnhofsgegend erlaubt sind. Nach unseren Erfahrungen in Sirmione gut zu glauben :-)
Auch einen Umweg über das Festland wollten wir uns sparen, immerhin hätte das Umfahren der Venezianischen Lagune einen ganzen Tag bedeutet. Ebenso ein Umweg über Chioggia und Lido...
Also entschieden wir uns über die Landbrücke von Mestre nach Tronchetto zu fahren, von dort mit der Autofähre zum Lido und mit der Fähre nach Cavallino. So weit der Plan für unseren Radltag ;-)




Bei strahlendem blauen Himmel - und somit bei guter Sommerhitze - machten wir uns also auf über idyllische Radwege...








... nach Padova, wo wir einen kurzen Ausflug in die Innenstadt unternahmen und am riesigen Platz Prato delle Valle eine kurze Pause einlegten. Rund um den Platz stehen zahlreiche Statuen von Bürgern, die für Padua von Bedeutung waren.




Auch der gigantischen Basilica di Sant´Antonio statteten wir einen kurzen Besuch ab.






Der Weg von Padua nach Mestre zog sich wirklich dahin - vielleicht wegen der Hitze oder vielleicht auch einfach nur weil wir endlich das Meer sehen wollten ;-)




Plötzlich standen wir dann über dem Canal Salso - nun war es wirklich nicht mehr weit bis zum Meer!!!





Wir wussten dass es entlang der Landbrücke Ponte della Liberta von Mestre nach Venedig einen Radweg gibt. Womit wir nicht gerechnet hatten, dass wir auf dem Weg dorthin über die viel befahrene Straße Via Della Liberta fahren mussten. Nicht viele Kilometer, aber aufgrund der dort fahrenden Straßenbahn und einigen hupenden Autofahrern nicht wirklich die gemütlichsten Kilometer des Tages. Angeblich ist dort ein Radweg geplant - wollen wir es hoffen!

Irgendwann erreichten wir doch noch den Radweg und nur wenige Meter standen wir auf der Ponte della Liberta. ENDLICH AM MEER ♥







Kurze Zeit später der nächste Grund zur Freude: 500km!





Die Freude hielt leider nicht sehr lange an. Nämlich als sich Rad- und Fußweg trennten und der Radweg versperrt war. Das folgende Foto wurde aus dem Zug aufgenommen. In dem Moment als wir vor dieser Sperre standen, hatten wir keinen Kopf für Fotos ;-)




Auch gut, also stiegen wir ab und schoben unsere Fahrräder eben entlang des Fußweges. Aber auch damit hatten wir nur kurz eine Freude, immerhin sind auf dem ohnehin sehr schmalen Fußweg die Säulen für die Straßenbahn fixiert. Zwischen Mauer und Säule hatten unsere Fahrräder nie und nimmer Platz und auf der anderen Seite wurde der Fußweg von der Leitschiene begrenzt. UND JETZT? Zurückfahren ist an dieser Stelle nicht möglich, immerhin ist die viel befahrene Straße eine Einbahnstraße. Daher wollten wir unsere Fahrräder auch nicht einfach über die Leitschiene heben und auf der Straße fahren. Die wenigen Kilometer auf dem Weg zur Brücke hatten wirklich gereicht!
Blieb nur eines: Fahrräder über die Säulenfundamente zu HEBEN. Jedes einzelne vollbepackte Fahrrad. Über jede einzelne Säule. Waren ja nur sieben - dann waren wir zum Glück schon so gut wie über die Brücke, sahen die Abfahrt Richtung Tronchetto, hoben die Fahrräder doch noch über die Leitschiene und fuhren weiter *schwitz*

Unsere Recherche im nachhinein hat ergeben, dass der Radweg bis Ende September saniert wird (und wie wir gesehen haben fehlten einige Meter an Brettern, die Absperrung einfach zu ignorieren ist also keine Option...). Vielleicht wäre es auch hier angebracht Fahrradfahrer schon vor ihrer Ankunft an der Absperrung zu informieren (vielleicht am Beginn des Radweges oder so), denn wegen der stark befahrenen Straße und der Einbahn gibt es dort einfach keine Möglichkeit für Rückkehr oder Alternativen.

Trotzdem waren wir bei unserer Ankunft in Tronchetto richtig gut gelaunt. Sind wir eigentlich immer, wenn wir gut zusammengearbeitet und irgendwas geschafft haben ♥




Wir mussten noch kurz auf die Autofähre warten und dann fuhren wir auch schon - vorbei an der wunderschönen Stadt Venedig - zum Lido!







Als ob das noch nicht schön genug gewesen wäre, durften wir auch noch den Sonnenuntergang über Venedig genießen. Da mussten wir Venedig das Radweg-Fiasko einfach verzeihen ;-)







Am Lido angekommen fuhren wir mit dem Fahrrad zur Anlegestelle Lido Santa Maria Elisabetta und fuhren mit der Linie 14 Richtung Punta Sabbioni - dem Hafen von Cavallino-Treporti - weiter.





Mit Einbruch der Dunkelheit kamen wir endlich in Cavallino-Treporti an. Also schnell zum nächstgelegenen Campingplatz Marina di Venezia. Dort wurden wir allerdings abgewimmelt, weil wir nicht sieben Nächte dort bleiben wollten. Im gleichen Atemzug wurde uns mit einem Grinsen mitgeteilt, dass ab dem nächsten Tag die Nebensaison beginnen würde und wir dann nur noch für zwei Nächte bleiben müssten. Zu diesem Zeitpunkt war es 21 Uhr, also drei Stunden später hätte diese Nebensaisonregel gegolten. Aha.

Leicht frustriert fuhren wir weiter zum Campingplatz Ca´Savio, wo wir glücklicherweise äußerst freundlich empfangen wurden. Wir bekamen sofort einen Standplatz, bauten unser Zelt auf, machten uns noch über eine einfache Jause her (mittlerweile war es ja leider zu spät für Abendessen) und gingen schlafen. Was uns beiden aber doch noch die Laune verbesserte war das leise Rauschen der Wellen, das wir aus unserem Zelt hören konnten ♥


WEITER zu Tag 10: Entspannen in Cavallino-Treporti



Weitere Fotos von unserem Radltag:

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